„Sollte ich Medizin studieren?“ Diesen Artikel starten wir mit dem Einstieg in die Medizin. Für alle die, die aktuell noch nicht wissen, ob ihre Zukunft in der Medizin liegt! Sich aber dafür interessieren und mit dem Gedanken spielen, ein Medizinstudium oder Ähnliches zu beginnen. Dieser Artikel soll dir als Leitlinie dienen und ist gespickt mit wichtigen Tipps, Fragen und Informationen.


Alle Grundinformationen zum Medizinstudium
– Dauer des Studium in Medizin ca. 6 Jahre
– Dauer des Studium in Zahnmedizin ca. 5 Jahre
– Dauer des Studium in Pharmakologie ca. 4 Jahre
– Dauer des Studium im Gesundheitswesen ca. 5 Jahre
– Dauer des Studium in Maschinenbau (Bachelor+Master) ca. 5 Jahre

Im Schnitt sind alle Studiengänge im medizinischen Bereichen relativ lang. Im Vergleich zu anderen Bereichen wie z.B. BWL, Management oder Umweltwissenschaften aber nicht wirklich viel länger, da die meisten Studierenden einen Bachelor ( 3 Jahre ) und Master ( 2 Jahre ) absolvieren, kommt man in anderen Studiengänge auch oft auf 5 Jahre.

Natürlich mit dem Unterschied, dass der Master eine freiwillige Verlängerung und Vertiefung des Studiums ist und somit man auch früher fertig sein kann (wenn einem der Bachelor reicht).


Aufbau des Medizinstudiums

Kurzübersicht:

1-4 Semester, bezeichnet als Vorklinik mit Abschlussprüfung: Physikum
5-10 Semester, bezeichnet als Klinik mit Abschlussprüfung: 2. Staatsexamen
11-12 Semester, das Praktische Jahr (PJ) mit Abschlussprüfung: 3. Staatsexamen
3 Monate Pflegepraktikum (1-4 Semester)
4 Monate Famulatur (5-10 Semester)

1 – 4 Semester Vorklinik: 

In diesem Abschnitt geht es um das Erlangen von Basiswissen des Körpers in Form von viel Theorie, um damit das legendäre Physikum zu bestehen. Das Physikum (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) ist eine große Klausur die alle Thematiken der ersten 4 Semester in Form von ca. 300 Multiple-Choice-Fragen (MC) beinhaltet und ist einer der größten Hürde während des Studiums. Hier streut sich die Spreu vom Weizen. Viele schaffen das Physikum nicht oder wissen spätestens bis dahin, dass der Studiengang doch nichts für Einen ist.

Lieblingsfächer: Anatomie, Histologie, Physiologie

Hassfächer: Chemie, Physik, Biochemie

5 – 10 Semester Klinik:

Hier folgt das Spezialwissen der Fachbereiche, Krankheiten und deren Behandlungen. Je nach Studienform erfolgt hier der erste Patientenkontakt.

Anschließend folgt die zweite große Klausur: das 2te Staatsexamen (M2), ebenfalls mit vielen MC-Fragen. Dieses Mal wird das Fachwissen abgefragt.

Lieblingsfächer: Dermatologie, Orthopädie, Neurologie

Hassfächer: Pharmakologie, Pathologie

10 – 12 Semester Praktisches Jahr (PJ):

Das Gelernte endlich anwenden? Nicht ganz. Nun bekommt ihr nochmal einen längeren und intensiveren Einblick in verschiedene Fachbereiche im Krankenhaus, jeweils in 4 Monate aufgeteilt in Innere Medizin, Chirurgie und einem Bereich deiner Wahl. Dabei werdet ihr den verschiedenen Ärzten/Ärztinnen auf den Stationen unterstützen und praktisches Wissen sammeln. Beendet wird das Studium mit dem 3ten Staatsexamen (M3), dies ist eine praktische Prüfung, die mündlich abgehaltet wird.

Lieblingstätigkeiten: Im OP assistieren, Anamnesen stellen

Hasstätigkeiten: Blutabnahmen, in langen OPs den Haken halten

Dazu kommt noch ein wenig mehr…

In der Vorlesungsfreien Zeit, das heißt Semesterferien, müssen noch Praktika absolviert werden.

3 Monate Pflegepraktikum im Krankenhaus – dies kann man vor dem Studium machen, durch ein FSJ anerkennen lassen oder während des Studiums in dem Zeitraum des 1.- 4. Semester absolvieren. Dabei ist es wichtig, dass es vor dem Physikum erfüllt wird.

Dazu kommen 4 Monate Famulatur. Dies ist auch ein Praktikum, aber diesmal arbeitet man mit den Ärzten/-innen zusammen und kann ein wenig sein Wissen anwenden. 2 Monate davon sind im Krankenhaus und 2 Monate in einer Praxis zu absolvieren. Das ganze muss im Zeitraum des 5. – 10- Semesters, vor dem 2. Staatsexamen, stattfinden.

Bei Zahnmediziner/-in ist es so ähnlich. Der erste Abschnitt bis zum Physikum ist vom Inhalt und Ablauf fast identisch wie bei Humanmedizin. Der große Unterschied folgt dann im klinischen Teil. Hier liegt natürlich der wesentliche Fokus auf den Zähnen und dem Kopf.


Warum eigentlich Medizin etc. studieren?

Die klassische Frage des Studiums, die du bestimmt nicht nur einmal jemanden beantworten musst.

Die Meisten Gründen:

  • Man möchte gerne Menschen helfen
  • Eltern sind auch Ärzte
  • Besonderes Interesse an Naturwissenschaften
  • Persönliche Krankheit
  • Gutes Gehalt (Bessere Alternative als Aktienhändler)
  • Den “Wunsch” der Eltern erfüllen
  • Respekt und Ansehen 
  • Man möchte auch mal einen weißen Kittel tragen

Wenn einer deiner Gründe mit dabei ist, gehörst du damit schon zu der großen Mehrheit der Medizinstudierenden. Natürlich spielen hierbei noch viel mehr Faktoren und Gründe ein Rolle und es gibt auch spezielle private Beweggründe. Oft ist es auch ein Zusammenhang von mehreren Gründen von unserer Liste. Egal was davon auf dich zutrifft, hauptsache du willst es gerne machen und interessierst dich dafür!


Eigenschaften die man mitbringen sollte (Kein Muss)

Dies ist auch immer eine gute Möglichkeit um zu sehen, ob das Studium zu dir passt oder nicht. Aber wie gesagt, auch wenn nichts davon auf dich zutreffen sollte, ist dies kein Ausschlusskriterium.

  • Interesse an Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, etc.)
  • Die Disziplin viel und lange Lernen zu können
  • Kontaktfreudig und Hilfsbereit
  • Du löst gerne Probleme
  • Du kannst gut Blut sehen
  • Erfahrungen im medizinischen Bereich
  • Gute Latein Kenntnisse
  • Logisches Denken 
  • Du liebst Zähne (Zahnmedizin)
  • Du sortierst deine Smarties nach Farbe (Pharmazie)
  • Ein Fotografisches Gedächtnis (wünscht sich jeder)

Falls mindestens ein Punkt dabei ist, der auf dich zutrifft, ist das schon mal sehr gut und zeigt, dass du schonmal die richtigen Eigenschaften mitbringst. Falls nicht, ist es nicht schlimm, da man viele der Fähigkeiten auch erst während des Studiums entwickelt und sich stets verbessert.


Entscheidungshilfen

Mögliche Entscheidungshilfen für dich wären:

Ein Praktikum in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus (Pharmakonzern, etc.). Hierbei erhältst du definitiv eine bessere Einsicht in den Alltag und Ablauf. Dabei solltest du auch gerne deine Fragen an die Leute stellen, die dort arbeiten. So erfährst du mehr und bist im Nachhinein schlauer.

Ein Schnupperkurs / Vorsemester wäre auch eine gute Möglichkeit, um ein Gefühl für das Studium zu bekommen und die Themen besser kennen zu lernen. Natürlich fehlt hier eher die Praktische Variante und spiegelt nicht den Ablauf im Beruf wieder. Deshalb dies gerne auch in Kombination mit einem Praktikum machen.

Ein Freiwilliges-Soziales-Jahr (FSJ) in einem medizinischen Bereich. Diese werden meist in Krankenhäuser absolviert. Hierbei hast du eine viel längere Zeit, um dir ein ganz genaues Bild von dem Leben im Krankenhaus, Abläufen und der Arbeit in der Pflege zu machen.

Viele wagen das FSJ und sind im Nachinein nicht sehr glücklich mit der Entscheidung, da es durch die lange Zeit auch zu monotonen Arbeiten kommen kann oder je nachdem wo man war auch keine guten Erfahrung gesammelt hat. Als FSJler hat man noch nicht viel Erfahrung und Verantwortung, deshalb werden einem auch nur einfachere oder “uninteressante” Aufgaben zugeteilt. Wiederum gibt es andere die gesagt haben, dass Sie tolle Erfahrungen gesammelt haben. Unabhängig wie es läuft, wenn man nach seinem FSJ sich immer noch für das Medizinstudium interessiert, dann ist dies meistens eine klare Sache und man kann die Erfahrungen für die Zukunft gebrauchen. 

Eine Einfache Alternative wäre zum Beispiel einen Arzt/Ärztin, Pfleger/-in, etc. im Bekanntenkreis zu Befragen und darüber zu reden. Diese können dir dann über ihre Erfahrungen und Beweggründe erzählen. Somit erhältst du einen kurzen Überblick und es ist eventuell nochmal motivierend, um selbst mit deinem Studium zu starten.

Natürlich kannst du auch einfach direkt mit dem Studium starten. Du wirst sehen, dass nicht jeder von Anfang an überzeugt sein wird mit seiner Entscheidung. Und auch während der höheren Semestern haben viele Studierende nochmal Zweifel an ihrer Wahl. Hier ist der Weg auch manchmal das Ziel und man wächst während des Studium zu einem/einer Mediziner/-in heran.

Am Ende liegt die Entscheidung, wie man immer so schön sagt, bei euch. Also lasst euch nicht zu stark beeinflussen, nutzt am Besten eine der Entscheidungshilfen und macht eure eigene Erfahrung!

Quellen: